Lesetipps von uns für Sie

 

In unserem Geschäft liegt für Sie jederzeit unser Bevenser Literatur Kurier bereit. Wir schreiben darin regelmäßig über unsere Lieblingsbücher und geben Buchempfehlungen.


Wenn Sie im Internet schauen wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Buch-Blog, den Leseberater:

 

 

Ausgewählte Lesetipps und Buchempfehlungen stellen wir Ihnen hier im Folgenden vor. Diese werden regelmäßig aktualisiert - schauen Sie also gerne öfter vorbei!


Blitz & Donner

Redniss, Lauren

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 28,00 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

Dies ist ein fantastischer Bildband und zugleich ein Sachbuch über alles, was mit dem Thema Wetter zusammenhängt. Auf begeisternden doppelseitigen Bildern können wir Wetterphänomene entdecken, in kleinen Zeichnungen werden naturwissenschaftliche Zusammenhänge einfach dargestellt, und in unkonventionellen - aber dennoch informativen - Texten erzählt die Autorin viel Wissenswertes rund um einzelne Wetterlagen.
Julia Richter

 


Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid

Backman, Fredrik

Nicht mehr erhältlich.

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 19,99 inkl. MwSt.
versandkostenfrei


Elsa ist fast 8 Jahre alt und ein ganz besonderes Kind: Besonders intelligent und frühreif, besonders ausgegrenzt in der Schule und gesegnet mit der allerbesondersten Oma, die man sich nur vorstellen kann. Daher fühlt Elsa sich auch nie einsam, denn Oma ist ihre beste Freundin, und für ihre Enkelin tut Oma einfach alles. Das reicht von gemeinsamen Reisen in das Land »Fastnochwach« und Märchenerzählen aus dem Königreich Miamas bis hin zu ganz realen nächtlichen Einbrüchen in den Zoo und anschließenden Beschimpfungen der Polizisten, damit Elsa vergisst, dass sie tagsüber in der Schule gehänselt wurde. Kurz nach besagtem Einbruch jedoch stirbt Oma, denn sie ist schon seit längerer Zeit sehr krank.
Aber Oma wäre nicht Oma, wenn sie nicht für Elsa ein ganz besonderes Erbe vorbereitet hätte: sie schickt das Mädchen aus, ein großes Abenteuer zu erleben, indem sie ihr Briefe hinterlässt für mehrere Bewohner des Hauses, in dem Elsa mit Mama und deren neuen Mann wohnt. In diesen Briefen entschuldigt sich Oma jeweils für verschiedene Dinge. Elsa lernt auf diese Weise die Menschen in ihrer Umgebung ganz neu kennen, und lernt auch, dass ihre Oma nicht immer so perfekt war, wie sie ihr erschien. Sie versteht nach und nach, dass die Märchen aus Miamas ihren Ursprung in der Realität haben und dass Menschen nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Am Ende ihres Abenteuers wird es nicht nur Elsa besser gehen, sondern auch einige andere Menschen werden durch ihre und Omas Hilfe wieder auf den richtigen Weg gebracht.
Dieses Buch ist ein einziges großes Märchen, in dem noch ganz viele kleine Märchen und Geschichten stecken. Es ist geschrieben aus der Sicht von Elsa, die zwar für eine fast 8jährige extrem schlau ist, aber eben doch in Kindersprache denkt. Wen es also stört, öfter mal Ausdrücke wie »das war voll schwer« oder »das gelang nicht so supergut« zu lesen, für den ist dieses Buch nichts. Wer sich aber mit Freuden auf ein modernes Märchen einlässt, sich über Omas Streiche amüsieren will und berührende Geschichten über Außenseiter liebt, der wird auch dieses Buch lieben. Mein Tipp, wenn Sie unsicher sind: einfach mal reinlesen, ob der Schreibstil zusagt oder nicht. Julia Richter

 


Russland verstehen

Krone-Schmalz, Gabriele

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2017

EUR 14,95 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

Wer dieses Buch liest, erwartet sicherlich eine andere Sichtweise auf Russland und die Ukraine, schließlich war die Autorin mehrere Jahre in Russland. Aber darum geht es in diesem Buch gar nicht so sehr. Es geht vielmehr um fehlerhafte und erlogene Berichterstattung in den Medien und um Unterdrückung abweichender Meinungen.
Das belegen etwa folgende Beispiele: Am 2. Mai 2014 empfing der Fußballclub Tschernomorez Odessa seinen Gegner Metallist Charkow zu einem Heimspiel. Rowdies beider Vereine waren auf Krawall aus und entsprechend gerüstet. Als prorussische Jugendliche mit Schlagstöcken auf pro-
ukrainische Fußballfans losgingen, hatten sie es aber nicht mit ihresgleichen zu tun, sondern sahen sich einer großen Übermacht gegenüber. Daraus entstand eine der ersten Schlachten. Ukrainer zündeten Zelte von prorussischen Demonstranten an, die dort ähnlich wie auf dem Maidan (nur mit umgekehrten Vorzeichen) für Russland demonstrierten. Einige flohen in ein Gebäude, welches mit Molotowcocktails angezündet wurde, Ausgänge wurden versperrt und auf Flüchtende (prorussische Fussballfans) wurde scharf geschossen. Mindestens 48 Menschen starben. Was berichteten unsere Medien? „Prorussischer Mob“ habe ein Massaker verübt. Die Wahrheit passte nicht ins Bild.
Als das malaysische Flugzeug abgeschossen wurde, konnte eine kleine Gruppe westlicher Journalisten sofort zur Unfallstelle. Dann setzte dort Krieg ein und es ging nichts mehr. Erst später war die Unfallstelle wieder zugänglich. Da berichtete die Presse „Zum ersten Mal“ konnten Beobachter (nach so langer Zeit) an die Unfallstelle gelangen (so als hätten die Seperatisten dort etwas zu vertuschen gehabt). Es war aber nicht das erste, sondern das zweite Mal.
Noch schlimmer: Als das Flugzeug abgeschossen wurde, titelte die Bildzeitung „Das war Putin“ und Obama sprach von einen „Weckruf“ (von wem? für wen?). Woher wussten die das? Offiziell ist bis heute nicht klar wie es zu diesem Absturz kam.
Diese und noch viele andere kleinere und größerer Ungenauigkeiten zeigen, wie die westlichen Medien ein großes Lügengebäude gegenüber Russland aufbauen und Putin zu dem Bösewicht machen wollen, der natürlich schon aufgrund seiner Vergangenheit als KGB – Mann zu allem fähig ist. Undenkbar ist für unsere Presse, dass weit mehr Flüchtlinge aus der Ukraine nach Russland geflüchtet sind, als in den Westen. Dabei ergibt sich schon allein aus der Tatsache, dass im Osten viele Menschen Verwandte in Russland haben, zu denen man aus verständlichen Gründen wohl am ehesten flüchten kann, eine starke Fluchtbewegung nach Russland.
Die Einnahme der Krim wird als „Annexion“ hingestellt. Frau Krone-Schmalz meint aber, das wäre eine „Sezession“ gewesen und begründet das auch. Eine Annexion war zum Beispiel die Besetzung Kuweits durch Sadam Hussien. Auf der Krim leben überwiegend Russen und die Krim ist ureigenstes Gebiet Russlands. Es fanden auch Abstimmungen statt, aber die waren ja nicht frei und erfolgten unter Zwang, so sagt man. Selbstbestimmung der Völker ist nur dann gut, wenn es zugunsten des Westens ausgeht, andere Wahlergebnisse sind natürlich erzwungen.
Fazit: Es werden alte Ängste geschürt, kalte Krieger kriechen aus ihren Löchern hervor, der Kommunismus kommt wieder, ein neuer Stalin ist da und selbst Politiker lassen sich anstecken. Alte Panzer werden reaktiviert und mehr Geld für Aufrüstung wird verlangt. Dass die Waffenlobby neue Geschäfte wittert, muss dabei nur am Rande erwähnt werden. Günter Paff

 


Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Kwast, Ernest van der

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 18,00 inkl. MwSt.
versandkostenfrei


Dieser kleine, fast unscheinbare Roman ist ein echtes Juwel! Auf knapp 100 Seiten erzählt er leichtfüßig und ganz ohne Kitsch die Geschichte der ganz großen Liebe zwischen Ezio und Giovanna. Sie beginnt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg an einem Strand in Cataldo und dauert über 60 Jahre. Trotz der großen Entfernung zwischen dem Absatz des italienischen Stiefels und Südtirol, die Ezio auf seiner verzweifelten Flucht zurücklegt und die sie fortan trennt, kann er Giovanna sein ganzes Leben lang nicht vergessen. Aber auch Giovanna, die ihre Freiheit, das Meer und viele Männer liebt, kommt nicht von Ezio los. Nach sechs Jahrzehnten endlich schreibt sie ihm, und dann fällt dieser wertvolle Brief beinahe dem Glückstaumel eines Briefträgers zum Opfer…
„Fünf Viertelstunden bis zum Meer“ ist viel, viel mehr als eine einfache Liebesgeschichte: zwei lange Leben, zweimal die lange Reise durch Italien, die politischen Spannungen mit Südtirol, die Geschichte des Bikinis, das Schicksal des Briefträgers und viele andere Details stecken auch noch in dieser grandiosen und gleichzeitig erfrischenden Erzählung. Hier ist kein Wort zu viel, keines zu wenig und aus jedem einzelnen spürt man Italien. – Das ist wahre Kunst! Ilse Rölcke

 


Altes Land

Hansen, Dörte

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 19,99 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

Im Frühjahr des Jahres 1945 stehen die kleine Vera und ihre Mutter als Flüchtlinge aus Ostpreußen plötzlich vor der Tür des Eckhoff-Hofes im Alten Land. Notgedrungen werden die beiden aufgenommen, und trotz
aller Antipathien und Schwierigkeiten verbringt zumindest Vera fast ihr ganzes Leben in ebendiesem Haus.
Schon immer war Vera etwas eigenwillig und tat, was sie sich in den Kopf gesetzt hatte, und mit dem Alter wurden diese Eigenschaften nicht schwächer - im Gegenteil. Doch eines Tages bekommt die eigenbrötlerische Frau auf einmal Gesellschaft auf ihrem Hof: Ihre Nichte Anne steht mit dem kleinen Sohn vor der Tür. Die beiden Frauen kennen sich nur von sporadischen kurzen Besuchen, doch Anne befindet sich in einer Notlage und weiß nicht wohin sie sonst gehen kann. Nachdem Anne ohnehin schon seit längerem eigentlich die Nase voll hat von den Ottenser Bio-Vollwert-Muttis (Zitat: »Sie kaufte ihm (Anm.: ihrem Sohn) ein Brötchen, für sich selbst einen Cappuccino im Pappbecher, und schob die Kinderkarre Richtung Fischerspark, reihte sich ein in den Treck der Ottenser Vollwert-Mütter, die jeden Tag aus ihren Altbauwohnungen strömten, um ihren Nachwuchs zu lüften, die Einkäufe aus dem Bio-Supermarkt im Netz des Testsieger-Buggy, den Kaffeebecher in der Hand und im Fußsack aus reiner Schafwolle ein kleines Kind, das irgendetwas Durchgespeicheltes aus Vollkorn in der Hand hielt.«) und auch ihr Job nicht gerade ein Traum ist, hat sie zu allem Überfluss ihren Partner in flagranti mit einer anderen erwischt und will nur noch weg. Der Hof im Alten Land nimmt also auch diese Flüchtlinge auf. So finden auf einmal zwei völlig unterschiedliche Frauen zueinander, die zwar miteinander verwandt sind, sich jedoch kaum kennen, und die Vergangenheiten der unterschiedlichen Familien-Mitglieder verlangen immer drängender nach Aufmerksamkeit. Und ganz allmählich finden sie beide, was sie im Leben nie wirklich hatten: Geborgenheit.
Dieses zauberhafte Buch hat mich wirklich begeistert. Es erzählt auf teilweise höchst amüsante und kurzweilige Art z.B. davon wie die vollkommen Landlust-begeisterten Hamburger die Landbevölkerung nerven, wie Anne auf die Ottenser Supermütter trifft, wie Vera mit ihrer spröden Art sich wenig Freunde macht, wie Anne die Probleme mit ihrer Mutter und dem Vater ihres Sohnes angeht und vieles mehr. Außerdem hat es aber auch wirklich Tiefgang, wenn es um die Aufarbeitung der Vergangenheit und der Familienprobleme geht. Zudem fand ich es einfach nett, ein so gutes Buch mit ein bisschen Lokalkolorit (so weit weg ist das Alte Land ja nicht) und mittendrin einigen plattdeutschen Schnacks zu lesen. - Julia Richter

 


Konzert ohne Dichter

Modick, Klaus

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 17,99 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Clara Westhoff, Rainer-Maria Rilke, Heinrich Vogeler - für die meisten sind dies bekannte Namen, und irgendwie bringt man sie auch mit Worpswede in Verbindung, aber wie war das eigentlich genau damals, zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Genau dieser Frage widmet sich Klaus Modick in seinem neuen Roman »Konzert ohne Dichter«. Der Titel des Romans bezieht sich auf ein bekanntes großformatiges Bild von Heinrich Vogeler, auf welchem er die meisten Künstler der Worpsweder Kolonie bei einem Fest im Garten seines eigenen Hauses - des Barkenhoffs - dargestellt hat. Einzig Vogelers ursprünglich enger Freund Rilke fehlt.
Eben dieses Bild soll nun, im Juni des Jahres 1905, ausgestellt werden und Heinrich Vogeler wird zu diesem Anlass die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen werden. Klaus Modick schildert den Tag der Medaillen-Verleihung sowie den Vortag. Aus einzelnen Begebenheiten während dieser Tage entstehen immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit.
Dadurch erfahren wir Leser, wie Vogeler und Rilke sich begegnet sind, wie sich ihre Freundschaft entwickelt hat, wie Heinrich Vogeler seine Frau Martha kennenlernte wie der den Barkenhoff zu dem machte, was er 1905 ist - nämlich zum Herz der Worpsweder Künstlerkolonie, das komplett nach Vogelers eigenen Ideen gestaltet wurde. Doch wir erfahren auch von aufkeimenden Zweifeln an seinem Werk, für das er gerade jetzt ausgezeichnet werden soll, und wer Heinrich Vogelers Lebensgeschichte kennt, der weiß, dass sich diese Zweifel irgendwann durchgesetzt haben und sowohl Vogelers künstlerisches Schaffen als auch seine politischen Überzeugungen, ja eigentlich sein ganzes Leben von Grund auf verändert haben.
Für mich war die Lektüre dieses Buches hochspannend und interessant. Dieser Künstlerroman ist wunderbar einfühlsam und detailreich geschrieben - man hat beim Lesen wirklich das Gefühl, in die Zeit einzutauchen. Außerdem regt er dazu an, sich weiter mit den Worpsweder Künstlern zu beschäftigen. - Julia Richter

 


Ein Mann namens Ove

Backman, Fredrik

vergriffen

Erscheinungsjahr : 2014

EUR 18,99 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

 

Ove ist ein Mann, der ganz geradlinig seine Prinzipien verfolgt und mit ihnen alle, die in irgendeiner Hinsicht gegen eine Ordnung verstoßen. Dabei geht er sehr gründlich aber ebenso schweigsam und unnahbar allmorgendlich eine Runde durch die Reihenhaussiedlung, notiert die Falschparker, kontrolliert den Wertstoffraum, prüft die Türen auf Einbruchspuren und regt sich leidenschaftlich über jeden auf, der das Fahrverbot zwischen den Häusern missachtet. Wer ihm in die Quere kommt, wird mit groben Schimpftiraden bedacht, bis er das Weite sucht. Die einzige, die ihn in diesem Zustand bändigen kann, ist Oves über alles geliebte Frau Sonja – immer noch, obwohl sie einige Monate zuvor gestorben ist. Wenn er an sie denkt, besinnt er sich und zeigt sich von seiner ganz hilfsbereiten Seite. Denn schließlich will Ove nichts Anderes als so schnell wie möglich zu ihr, also sterben. Ein schlechtes Gewissen kann er da gar nicht brauchen! Sonja soll sich doch freuen, wenn er kommt und stolz auf ihn sein können. Es ist schon schlimm genug, dass Ove seine Arbeitsstelle verloren hat, dass man ihn einfach wegrationalisiert und mit erst 59 Jahren in den Vorruhestand katapultiert hat. Also zieht er seinen guten Anzug an und bereitet mit aller Sorgfalt seinen Freitod vor.

Aber dann kracht ein Anhänger in seinen Briefkasten, ein hochschwangeres, ausländisches Frauenzimmer mit einem Trottel als Mann und zwei kleinen Kindern ziehen im Nachbarhaus ein und lassen Ove einfach keine Ruhe. Parvaneh, seine neue Nachbarin, trifft genau den richtigen Ton, um Ove buchstäblich ins Leben zurück zu kommandieren. Nach und nach kommen noch eine räudige Katze ohne Schwanz, eine schwule Person, ein Junge, der kein Fahrrad reparieren kann und die „Schlipse“, die seinen kranken Nachbarn Rune ins Heim stecken wollen dazwischen. Ove ist überall gefordert und findet einfach keine Zeit zu sterben.

Ein Mann namens Ove ist auf den ersten Blick der schrecklichste Typ, den man sich als Nachbarn vorstellen kann! Hinter seiner unnahbaren Art und seinem pedantischen Gehabe versteckt er aber ein geradezu übergroßes Herz und ebensolche Einsamkeit. In Rückblenden erfahren wir, wie Ove zu dem wurde, den wir in diesem Roman ganz schnell aufrichtig lieben lernen – trotz seines Auftretens. Oder vielleicht gerade deswegen? Die Perspektive des „Stinkstiefels“ ist jedenfalls mal eine sehr interessante… Fredrick Backman erzählt mit viel Humor und Herzenswärme diese Geschichte, die leicht zu lesen, aber- zum Glück – sehr schwer zu vergessen ist. - Ilse Rölcke

 


 

Wunderlich ist kreuzunglücklich, als ihn seine Freundin Marie verlässt. „Sein größtes Glück hatte sich durch einen einzigen Satz in sein größtes Unglück verwandelt und ihm Glück gewünscht. Das ergab überhaupt keinen Sinn.“ (S.6) Und dann wird es erst richtig wunderlich, denn plötzlich schreibt ihm sein Telefon anonym Kurznachrichten. Wunderlich hält dies für eine moderne Form des „Stimmen Hörens“, ist aber bei aller Verwirrung ganz froh, dass sich „jemand“ für ihn interessiert. So seltsam die anonymen Botschaften auch sind, kann er sich ihnen doch nicht entziehen und lässt sich durch sie schließlich aus seiner Verzweiflung reißen. Nach Jahren will er wieder einmal eine Reise unternehmen: nach Norden. Wunderlich ist ein bescheidener und zurückhaltender, ‚ganz normaler Typ‘, der alles gern unter Kontrolle hat. Aber diesmal gelingt es ihm, sich einfach treiben zu lassen. Er steigt aus, wo es sich gerade ergibt und trifft Menschen, die allesamt eher auf der Verliererseite angesiedelt sind, ihm aber sehr schnell ans Herz wachsen. Ständig zieht er sich irgendwelche Verletzungen zu und sieht sehr schnell völlig lädiert und heruntergekommen aus. Innerlich entwickelt er sich dabei allerdings insofern weiter, als er sich endlich einmal selbst mag. Insgesamt ist er acht Tage unterwegs, die sein Leben und seine Selbstwahrnehmung ordentlich umkrempeln, ja auch seine Wahrnehmung allgemein verändern. Am Ende ist ihm gar nicht mehr so recht klar, was tatsächlich passiert ist, was Traum, was Wirklichkeit war und ob es nicht vielleicht noch eine Ebene dazwischen gibt. Was zählt, ist eben einfach der Moment, den man intensiv leben muss – egal für wie real die restliche Welt dieses Leben hält.

„Wunderlich fährt nach Norden“ ist eine wunderbar verträumte Reisegeschichte, die Marion Brasch in einer herrlichen Sprache ganz luftig leicht erzählt. Man spürt einfach den Sommer beim Lesen. „Abgesehen von dem schlimmen Traum hatte er gut geschlafen, der Alkohol hatte ihm tatsächlich die Mücken vom Hals gehalten. Jedoch nicht den Hunger, der hatte sich aus seinem Magen eine riesige schwarze Höhle gebaut, in der er herumlag und knurrte.“ (S 191) Für solche Sätze liebe ich dieses Buch! - Ilse Rölcke

 


Eva und die Apfelfrauen

Krätschmar, Tania

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2013

EUR 9,99 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

»Hausbesitzer mit Herz und ohne Erben gesucht. Wir sind: fünf Freundinnen im allerbesten Alter. Wir suchen: ein großes Haus in Berlin, in dem wir gemeinsam älter werden können. Wir haben: viel Enthusiasmus, wenig Geld. Schön wären: Garten und nette Nachbarn.«
Diese Anzeige setzen Eva und ihre Freundinnen in die Zeitung, und wider Erwarten haben sie Glück! Eine alte Dame vererbt ihnen ihr Haus - doch es liegt gar nicht Berlin, sondern in einem kleinen Dorf im »Wilden Osten«. Und es gibt noch eine Bedingung im Testament: Die Freundinnen müssen die zum Haus gehörenden Apfelbäume pflegen und bis zur Apfelernte gemeinsam in dem Haus wohnen. Wenn sie es danach immer noch wollen, dürfen sie das Haus behalten.
Voll Begeisterung richten sich die Freundinnen für den Sommer dort ein - teilweise mit Home Office, da sie ja weiterhin ihren Lebensunterhalt verdienen müssen - um das Wohnprojekt durchzuziehen. Und wie gewünscht gibt es tatsächlich auch ganz ansehnliche und nette Nachbarn. Doch nach und nach offenbaren sich die Unterschiede in den Charakteren der Frauen, und es zeichnen sich verschiedenste Probleme ab.
Aber dies wäre kein leichter Sommer-Roman, wenn es nicht am Ende für alles eine gute Lösung gäbe! Die perfekte (Frauen-)Lektüre für den Urlaub! - Julia Richter

 


 

Ich und die Menschen

Haig, Matt

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2015

EUR 9,95 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

 

Mitten in der Nacht ist der Mathematik-Professor Andrew Martin nackt auf befahrenen Straßen unterwegs und wird nur wenig später wegen seines äußerst merkwürdigen Gebarens von der Polizei aufgegriffen. Was jedoch keiner ahnt ist, dass Andrew Martin nicht er selbst ist, denn in seinem Körper steckt nun ein Außerdirdischer, und dies aus gutem Grund:
Der Professor Andrew Martin hatte in der Nacht zuvor eine außerordentliche mathematische Entdeckung gemacht, für die die menschliche Rasse einfach nicht reif ist - schließlich weiß jeder Vonnadorianer, dass die Menschen eine primitive Rasse sind, die auf ihrem eigenen Planeten bereits eine Menge Schaden angerichtet haben. Daher ist nun einer von ihnen im Körper Andrew Martins auf die Erde gekommen, um alle Spuren der Entdeckung zu löschen und notfalls auch alle Menschen zu töten, die irgendetwas darüber wissen könnten. Doch diese für eine höhere Intelligenz, mit an Magie erinnernden Fähigkeiten und Kräften, an sich so einfache Aufgebe erweist sich als zunehmend schwierig für unseren Außerirdischen, denn er macht auf der Erde verschiedene unerwartete Entdeckungen, wie z.B. den Geschmack von Erdnussbutter und Weißwein, den Klang von Musik oder auch so merkwürdige Gefühlsregungen, wenn er »seine« Frau und »seinen« Sohn ansieht. Als er von seinem Heimatplaneten nun die Order bekommt, diese beiden vorsichtshalber auch zu eliminieren, trifft der neue Andrew Martin eine folgenschwere Entscheidung.
»Ich und die Menschen« ist ein unterhaltsames, streckenweise richtig witziges Buch, das aber auch immer wieder zum Nachdenken anregt. Von außen betrachtet mögen wir Menschen schließlich wirklich recht merkwürdige Wesen mit vollkommen unlogischen und eigenartigen Verhaltensweisen sein. Aber dennoch haben wir eben auch unsere guten Seiten, und auch viele unserer Fehler und viele Unvollkommenheiten in unserem Leben machen das Leben erst lebens- und liebenswert. Wenn man sich auf die Geschichte mit dem Außerirdischen einlässt, bietet dieses Buch viele Ansatzpunkte zum Nachdenken, die geradezu philosophisch sind. Das Ganze ist aber verpackt in einer flott lesbaren, witzigen Geschichte. - Julia Richter

 


Diese Dinge geschehen nicht einfach so

Selasi, Taiye

sofort lieferbar

Erscheinungsjahr : 2014

EUR 12,00 inkl. MwSt.
versandkostenfrei

 

Dieser faszinierende Roman beginnt mit dem Sterben Kweku Sais, eines hervorragenden Arztes, in seinem selbst entworfenen Haus in Ghana. Eines Morgens erliegt er etwas überrascht und ganz friedlich in seinem Garten einem Herzinfarkt, während seine junge Frau Ama nebenan tief und fest schläft. Kwekus Gedanken wandern in seinen letzten Lebensminuten zurück. „Tautropfen auf Grashalmen, wie Diamanten, großzügig verstreut aus der Tasche eines Elementargeistes, der zufällig vorbeikam“ (S.16), erinnern ihn an seine erste, ewig geliebte Frau Fola. Nach einem grenzenlos ungerechten, beruflichen Desaster hat er sie einst voller Scham überstürzt und ohne jede Erklärung verlassen. Dieser Ausbruch Kwekus aus dem wohlgeordneten Leben in den USA führt dazu, dass die ganze Familie tief verletzt jeglichen Zusammenhalt verliert. Fola und ihre vier Kinder verstreuen sich über den halben Erdball und verlieren sogar fast den Konakt.
Erst die Nachricht von Kwekus Tod bringt sie alle wieder zusammen, diesmal in Ghana, wo sie endlich mit ihren von Fola und Kweku so nachhaltig gekappten afrikanischen Wurzeln notdürftig verbunden werden. „Verbunden“ durchaus im heilenden Sinne, denn sie entdecken hier Gemeinsamkeiten wieder, können tiefgreifende Missverständnisse aufklären und vergeben. Sie erkennen, dass Dinge eben nicht einfach so geschehen und finden endlich eine positive, lebenswerte Perspektive für die Zukunft.
Taiye Selasi erzählt diese aufwühlende Familiengeschichte hauptsächlich in Rückblenden, die sich wie Mosaiksteine zu einem Gesamtbild verbinden. Dabei leuchtet sie die einzelnen Charaktere vorsichtig bis in die verborgensten Seelenwinkel aus und lässt sie wirklich greifbar lebendig werden. Ihre poetische Sprache mit wunderschönen, oft sehr farbenfrohen Bildern und einer guten Portion Humor sorgt trotz der vielen leidvollen Erfahrungen, die sie in dem Roman verarbeitet, für ein großes Lesevergnügen.
Ein wirklich gehaltvoller, tief beeindruckender Familienroman, in dem Taiye Selasi die unterschiedlichen Typen des „Afropolitan“ vorstellt. Diesen Begriff prägte sie, um eine Generation von hochgebildeten, Erfolg suchenden Weltbürgern mit afrikanischen Wurzeln zu bezeichnen, die ewig unter dem staubigen Steinzeitimage des schwarzen Kontinents leiden. Voller Stoff zum Nachdenken und doch ganz wunderbar zu lesen. - Ilse Rölcke

 

 

Öffnungszeiten

Buchhandlung Paff

Mo.-Fr.: 9:00 Uhr - 18:00 Uhr
Sa. : 9:00 Uhr - 13:00 Uhr

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